Zu Luftschadstoffen und so …

Letzthin mag nach medienwirksam präsentierten anderslautenden Stellungnahmen und der politisch und autolobbyistisch beeinflußten Debatte um Grenzwerte von inhalativen Schadstoffen, insbesondere Stickstoffdioxid, der Eindruck entstanden sein, dass hiesige (Lungen-)Ärzte nicht eindeutig für saubere Atemluft eintreten. Daher möchte ich als Kinderpneumologe in aller Deutlichkeit klarstellen: Luftschadstoffe sind – wie der Name schon sagt – schädlich. Sie können Schaden anrichten.

Manchmal ist mir zum Heilen.

Das tägliche Treiben in einer Kinderarztpraxis ist bunt und vielseitig. Kinder- und Jugendarzt ist nach wie vor der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Es bereitet mir große Freude, all die kleinen Persönlichkeiten und die Vielfalt der kindlichen Entwicklungsvariationen über so viele Jahre hinweg begleiten zu dürfen.

Aber – die serielle, sehr kurzweilige Taktung in der Patientenversorgung macht mir Sorgen.

Träum weiter! Von Schlafstörungen und digitalen Medien.

Schlafstörungen im Kindesalter sind keine Banalitäten, sondern eine große Herausforderung, weil sowohl Kinder als auch Eltern darunter leiden und organische, psychische sowie kognitive Beeinträchtigungen die Folge sein können. Und – so richtige Patentrezepte dagegen gibt es ja nicht. Eigentlich hilft nur dies: liebevolle Zuwendung und ganz viel Geduld.

Unsere Schlafphysiologie bietet ganz viele spannende Aspekte.

Schützt Daumenlutschen vor Allergien?

Bereits vor über 150 Jahren beschrieb Heinrich Hoffmann, Frankfurter Nervenarzt und Verfasser des berühmten Struwwelpeters, mit der Figur des Daumenlutscherbuben Konrad die Ärgernisse und vergeblichen pädagogischen Bemühungen der Erwachsenenwelt angesichts eines kindlichen Lutschhabits. “Und vor allem, Konrad, hör! / Lutsche nicht am Daumen mehr.” Die Erziehungstile mögen seitdem wechseln von autoritär über laissez-faire zu konsequentem Hin-und-Her –

Baby, es gibt Reis ! – Arsen in Reisprodukten

Jetzt ist vielleicht doch der richtige Zeitpunkt gekommen, mich mal öffentlich zu meiner langjährigen Reiswaffel-Aversion zu bekennen. Diese bröselige Bio-Puffreispappe stand – insbesondere bei Erstlingseltern, die ihre Sprößlinge natürlich in bester Absicht so lang wie möglich von den lauernden Gefahren der allgegenwärtigen Süßwarenindistrie fernzuhalten versuchten – über viele Jahre hoch im Kurs.

Und nun der Schock: Reis und Reiswaffeln enthalten zum Teil hohe Konzentrationen an anorganischem Arsen,

“Husten, wir ham da ein Problem!”

Der Herbst hält Einzug in die KiTas unserer Stadt. Im Nu sind die Laternenumzüge gelaufen und die herbstlichen Fensterdekorationen aus bunten Blättern und Papierdrachen werden recht bald gegen Schneeflocken und Tannengrün ausgetauscht sein. Novemberwinde wehen nasskalt daher und schon bald haben Erkältungsviren auch die letzten Winkel der Kindergärten für sich eingenommen.

Kinder wie Erzieherinnen schnupfen und husten um die Wette.

Gedanken zur Einschulung

„Ein Missstand besteht darin, dass die Schulmeister mit ein und demselben Unterrichtsstoff und nach ein und demselben Maß eine Vielzahl junger Geister von unterschiedlichen Maßen und Begabungen unter ihre Fuchtel nehmen (…). Daher kommt es, dass man, wenn man den Weg für die Kinder nicht richtig gewählt hat, häufig Jahre darauf verwendet und sich dennoch vergeblich abmüht,

Von der Globulisierung der Homöopathie

Sonderbar. Der Gesundheitsmarkt wird von homöopathischen Arzneien geradezu überschwemmt. Eine Reihe von durchaus gewinnorientiert ausgerichteten Pharmaunternehmen hat längst erkannt, dass immer mehr Menschen zur sanften Medizin tendieren. So bringen sie u.a. eine Vielzahl homöopathischer Komplexmittel auf den Markt, die als Kompositum aus verschiedenen Einzelmitteln symptomorientiert beworben und schließlich verabreicht werden. Neben online bestellten Placenta-Autonosoden ist unter den beworbenen Angeboten für das Säuglings- und Kleinkindalter die „Homöopathische Hausapotheke” (gerne im stilvollen Lederetui) bereits zum Bestseller im ganzheitlichen Apothekenregal aufgestiegen.

Was möchten Sie sein: Patient oder Kunde?

In moderne Arztpraxen hat eine neue Sprache Einzug gehalten. Da ist der Arzt zum „Dienstleister” und „Leistungserbringer” und der Patient zum „Kunden” geworden. Natürlich klingt das erstmal vielversprechend, denn der Kunde ist ja bekanntlich König, während bereits vom Wortstamm abgeleitet Patienten [latein. patiens: aushaltend, geduldig, fähig zu ertragen; passio: das Leiden] viel Geduld mitbringen müssen.

Ganzheitliches- allzu Ganzheitliches

„An jeder Komposition ist es nötig, dass sich das Einzelne einschränke, um das Ganze zum Effekt kommen zu lassen.” [F. Schiller, 1793] 

Dieser Tage werde ich von einer Patientenmutter gefragt: „Herr Hein, arbeiten Sie denn eigentlich auch ganzheitlich?” Ich hatte soeben meine Ganzkörperuntersuchung ihres Kindes ganz abgeschlossen und war im Begriff,

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